BJÖRN THÜMLER
Landtagskandidat

Thümler-Besuch bei Glencore Nordenham:
Beschäftigte in wachsender Sorge

  • Mit einem dramatischen Appell endete der Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Björn Thümler bei der Nordenhamer Zinkhütte (NZH), die zusammen mit der Nordenham Metall GmbH (NMG) den Nordenhamer Glencore-Standort bildet. „Tun Sie alles dafür, dass die industrielle Basis in der Wesermarsch erhalten bleibt!“ Darum bat Thomas Hüser eindringlich. Er ist NMG-Hauptgeschäftsführer und NZH-Geschäftsführer.
  • Mit diesem Aufruf rannte Hüser bei Thümler offene Türen ein. Der CDU-Politiker wird zurzeit bei seinen Firmenbesuchen und sonstigen Kontakten zur Wirtschaft stets und eindringlich mit den Folgen der explodierenden Energiepreise konfrontiert. Bei seinem Besuch der Nordenhamer Zinkhütte, der letzten Zinkhütte Deutschlands wurde er vom stellvertretenden Nordenhamer Bürgermeister Julian Fenkohl (CDU) begleitet.

+++ Stromverbrauch wie in der Stadt Hannover +++

Der Stromverbrauch des Glencore-Standortes sei mit dem der Stadt Hannover vergleichbar, verdeutlichte Tim Eshold. Er ist Spezialist für Energiewirtschaft bei dem Unternehmen. Sollte das Preisniveau so hoch bleiben wie zurzeit, hätte das zeitnah direkte Konsequenzen auf die Produktion. Das würde zu einem „Dominoeffekt“ bei anderen Produzenten und den Zulieferern in der Produktion führen, warnte Eshold. Sein Eindruck: „Der Bundesregierung ist das noch nicht bewusst.“
Die Angst der Beschäftigten vor Kurzarbeit und weiteren Konsequenzen sei groß und sie wachse weiter. Das bestätigten die Betriebsratsvorsitzenden Cebrail Demir und Klaus Garlichs.
„Die energieintensive Industrie braucht dringend einen Krisenschutzschirm“, lautete ein Fazit, das Thomas Hüser zog. Auf der Grundlage des durchschnittlichen Strompreises der vergangenen zehn Jahre müsse der Staat einen Strompreis festlegen. Bei dieser Berechnung würde es sich aktuell um 40 Euro pro Kilowattstunde handeln.
Björn Thümler hält diesen Ansatz für überlegenswert. Er kritisiert das dritte Entlastungspaket der Bundesregierung als „vertane Chance“. Man könne auch von einem „Unterlassungspaket“ reden, meint der Christdemokrat. Die Wirtschaft und insbesondere der Mittelstand würden auf Bundesseite kaum eine Rolle spielen. Zum Beispiel sei nach wie vor unklar, wie und wann eine Entlastung der Betriebe über die angekündigte Strompreisbremse erfolgen könne. Die Gasumlage werde nicht gestoppt, kein Plan zur strukturellen Dämpfung der Energiekosten und zu einem erweiterten Angebot vorgelegt.

+++ Es gab auch positive Nachrichten +++

Bei dem Thümler-Termin wurden aber auch positive Neuigkeiten verkündet. So berichtete Personalchef Joachim Pohl, dass in den nächsten Jahren 20 bis 25 Ausbildungsplätze in sieben verschiedenen Berufen besetzt werden sollen. Ab 2023 wird eine duale Ausbildung eingeführt. Zurzeit sei die Bewerbungssituation noch befriedigend, sagte Pohl. Der freut sich darüber, dass von den rund 700 Beschäftigten überdurchschnittlich viele dem Unternehmen schon seit einer Reihe von Jahren oder sogar Jahrzehnten die Treue halten.
Erfreulich war ebenfalls, was Thomas Hüser und Projektleiter Dr. Günter Halle in punkto Schwermetallbelastung durch die Blei- und Zinkproduktion schilderten. Noch bis April 2023 werden im Umkreis von fünf Kilometern rund um den Standort mehr als 200 Messstellen unterhalten. Bisherige Luft-, Boden-, Gras- und Grundwasserproben hätten „keine außergewöhnlichen Werte“ ermittelt, stellte Halle fest. Möglichst noch 2022 soll ein Runder Tisch unter anderem mit Nachbarn, Landwirten und Nichtregierungsorganisationen gebildet werden. Ziel: „ein offener Dialog über den Stand der Dinge und Verbesserungsmöglichkeiten“.
Der Runde Tisch ist aus Sicht des Unternehmens einer von diversen Mosaiksteinen für mehr Umweltschutz. Zum Beispiel plant Glencore in Nordenham einen der größten Solarparks Deutschlands und engagiert sich in einer Landkreis-weiten Interessengemeinschaft Grüner Wasserstoff. Eingebettet seien diese und andere Aktivitäten in eine Gesamtstrategie für Umweltschutz, informierte Hüser. Einer ihrer Bestandteile ist der Bau eines neuen, 100 Meter langen Förderbandes. Es soll in der zweiten Jahreshälfte 2023 fertig gestellt sein. Dadurch würden 11.000 Lkw-Bewegungen pro Jahr ersetzt, rechnete der Geschäftsführer vor.

Das Bild zeigt v.l.n.r.: Thomas Hüser, Julian Fenkohl und Björn Thümler.

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